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Vor dem Start legte ich zur Erholung von der Auswinterung eine Fahrt mit der Hurtigruten MS Finnmarken ein. Es ging in den Geirangerfjord, dort konnte man ausgebootet werden und mit dem Bus nach Aalesund zurückfahren. Auch die Bustour mit Touristenführer war sehr interessant. Man erfuhr so manchen vom norwegischen Wandel. Haben früher die Fjorde die Menschen miteinander verbunden, sind sie heute ein eher trennendes Element. Den Menschen heute genügen die vielen Fähren nicht mehr. So werden immer mehr Brücken und Tunnel gebaut. Die Temperaturen lagen in diesen Tagen immer um 10°C bei starkem NE-Wind. So verzichtete ich auf einen erneuten Trip nach Norden und beschloß dem Sommer entgegen zu segeln.
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Am 30. Mai war es dann soweit, Leinen los. Die erste 18 sm Tour nach Fosnavaag begann vielversprechend. Raumer Kurs mit dem neuen durchgelatteten Großsegel ungerefft und Genua 3 bei Windstärke 5-6 ergaben bis 6-7 kn. So schön blieb es dann doch nicht. Der Kurs wurde platt vorm Wind bei gleicher Stärke und ich barg lieber mit Motorhilfe das Groß. Danach ließ sich der Motor nicht mehr mit dem Elektrostop abstellen, die Krankheit aus dem Vorjahr. Ich wußte, ich muß die Sicherung erneuern. Beim Versuch bei ziemlichen Wellengang (hier war es offen zum Atlantik) dies zu tun (Fummelkram), riss ich den Sicherungshalter aus den Kabelanschlüssen. Ich mußte warten, bis ich unter Landschutz kam, und im glatten Wasser kurz vor dem Hafen, gelang es mir dann die Sicherung direkt auf die Kabelsteckerhülsen zu stecken. Inzwischen war es noch windiger geworden. Am nächsten Tag bastelte ich mir erstmal eine leichter zugängliche Stromnotversorgung für das Motorpaneel. Die Ursache des gelegentlichen Abrauchens der Hauptsicherung ist nach wie unbekannt. Auch im Winter hat mir keiner einen entscheidenden Hinweis geben können. So werde ich weiter selber danach forschen müssen. (Erst am Ende des Törns konnte die Ursache gefunden werden. Es war ein Schaden am Kabelbaum zum Motorpaneel.) Der erste Tag, immerhin unter Segeln, war also ereignisreich, zumal ich, tollpatschig bei der Schaukelei, mich auf den Autopiloten setzte, der dann an der Verbindungstelle sich in 2 Teile zerlegte. Ich habe auch das erstmal provisorisch wieder hinbekommen. Ein Ersatzteil für die Schraubverbindung habe ich dabei. Außerdem habe ich noch einen kompletten anderen Pinnenpiloten. Ein Tag mit Flaute und Sonne, aber angekündigten Starkwind am Abend aus SW, nutzte ich, um das berüchtigte Kap Stad, oder Stattlandet, zu runden. Es passte genau, ich war gerade noch rechtzeitig unter Motor um das Kap, als der SW einsetzte. Der machte mir nichts mehr aus, denn ich konnte aus SE-Kurs gehen und motorsegeln (zum Groß setzen war ich zu faul), 34 sm. Nun bin ich Pfingsten in Malöy, es ist kalt und nass. Wasser- und Lufttemperatur sind sich sehr ähnlich, 7°und 9°C. Auf höherem Niveau wäre das nicht schlecht. Der Wind hat von SW auf NW gedreht. Damit könnte ich aber weiter nach Florö kommen. Aber ich habe viel Zeit, ich will ja nur bis Fehmarn. Mein bisheriger Schnitt 52 sm in 5 Tagen ist doch wohl nicht schon besorgniserregend?
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